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Leipziger Buchmesse 2020

Kategorie Belletristik:  "Stern 111" von Lutz Seiler     Spiegel Top10

Zwei Tage nach dem Fall der Mauer verlässt das Ehepaar Bischoff sein altes Leben - die Wohnung, den Garten, seine Arbeit und das Land. Ihre Reise führt die beiden Fünfzigjährigen weit hinaus: Über Notaufnahmelager und Durchgangswohnheime folgen sie einem lange gehegten Traum, einem "Lebensgeheimnis", von dem selbst ihr Sohn Carl nichts weiß. Carl wiederum, der den Auftrag verweigert, das elterliche Erbe zu übernehmen, flieht nach Berlin. Er lebt auf der Straße, bis er in den Kreis des "klugen Rudels" aufgenommen wird, einer Gruppe junger Frauen und Männer, die dunkle Geschäfte, einen Guerillakampf um leerstehende Häuser und die Kellerkneipe Assel betreibt.

Kategorie Sachbuch/Essayistik:   Krebs fühlen von Bettina Hitzer


Die Diagnose "Krebs" war früher ein Todesurteil. Heute ist dies nicht mehr der Fall. Es dauerte lange, bis Ärzte, Krankenschwestern, Krebspatienten und ihre Angehörigen sich auf ihre Gefühle einließen, die Krebskrankheiten auslösen: Zuversicht, Lebensangst, Lebensfreude, Verzweiflung, Mut, Trauer, Leid, Apathie. Bettina Hitzer schildert, wie es zu dieser Gefühlsrevolution in Medizin und Gesellschaft kam.


Kategorie Übersetzung: "Oreo" von Fran Ross

Wie der antike Theseus sucht die schwarze jüdische Heldin ihren Vater - ein sprachlich anspruchsvoller Roman.

Christine Clark ist schwarz, 16 Jahre alt, hat eine schwarze Mutter und einen jüdischen Vater, der sie verlassen hat. Ihrer Abstammung wegen wird sie "Oreo" genannt, nach einem dunklen Schokokeks mit heller Füllung, auch ein Schmähbegriff für Schwarze, die durch höhere Bildung Teil der weißen Kultur geworden sind. Oreo wächst bei ihren schwarzen Großeltern auf und wird mit 16 Jahren losgeschickt, ihren Vater in New York aufzuspüren. Sie trifft skurrile Menschen in den unterschiedlichsten Milieus, besteht die absurdesten Abenteuer, besiegt Angreifer auf ihre Jungfernschaft so listig wie bravourös. Sie ist eine frühe Feministin mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Oreo gelingt alles, denn sie ist Superwoman mit Superhirn. Die Autorin transponiert die Geschichte von Theseus Vatersuche aus der griechischen Mythologie ins jüdisch-schwarze Milieu der 60er- und 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Am Ende werden den Figuren des Romans ihre mythologischen Entsprechungen zugeordnet und die Sage zusammengefasst.