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Gewinner des deutschen Buchpreises 2019

Herkunft von Sasa Stanisic

Als Jugoslawe geboren flieht der junge Ich-Erzähler als Sohn eines Bosniers und einer muslimischen Mutter aus seiner zersplitterten Heimat nach Deutschland, wo er in Heidelberg landet. Das Einleben dort ist nicht frei von Demütigungen, Scham und der Sorge, nicht wirklich aufgenommen zu werden. Feindlich gesonnene Inländer verursachen Angst und machen den jungen Integrationswilligen erfinderisch, um sich zu assimilieren.

 

 

Weitere Top Literatur von Autoren auf der Longlist

Der Sommer meiner Mutter von Ulrich Woelk

Der elfjährige Tobias, ein neugieriger Junge, Hobby-Weltraumfoscher, führt mit seinen Eltern ein ruhiges Leben. Eines Tages bekommen sie neue Nachbarn. Die Leinhards sind progressiv, modern und in ihren Einstellungen das Gegenteil von Tobias Eltern. Auch Rosa Leinhard, die Tochter, ist nicht nur zwei Jahre älter als Tobias, sie ist auch erfahrener. Mit ihr macht er seine ersten sexuellen Erfahrungen und sie zeigt ihm, wie aufregend das Leben sein kann. Die beiden Elternpaare genießen die gute neue Nachbarschaft, und freunden sich an. Die Idylle wird schlagartig zur Hölle…

Kintsugi von Miko Sophie Kühmel

Kintsugi ist das japanische Kunsthandwerk, zerbrochenes Porzellan mit Gold zu kitten. Diese Tradition lehrt, dass Schönheit nicht in der Perfektion zu finden ist, sondern im guten Umgang mit den Brüchen und Versehrtheiten.

"Kintsugi" ist ein flimmernder Roman über die Liebe in all ihren Facetten. Über den Trost, den wir im Unvollkommenen finden. Und darüber, dass es weitergeht. Wie immer geht es weiter.

Winterbienen von Norbert Scheuer

Tagebuch des Hobby-Bienenzüchters Egidius, der während der Nazi-Diktatur jüdischen Flüchtlingen hilft, aber wegen seiner Epilepsie selbst gefährdet ist.

Bienen und ihre Lebensweise sind Egidius Arimonds Lebensinhalt. Während des Zweiten Weltkriegs ist er wegen Epilepsie nicht wehrtauglich und gleichzeitig als lebensunwertes Leben gefährdet. Seine geheimen Transporte von Juden bringen ihn zusätzlich in Gefahr. In seinem Tagebuch beschreibt er das Leben seiner Bienen und sein Leben in dem kleinen Eifeldorf, die amerikanischen Tiefflieger und seine Studien lateinischer Texte. Dabei gibt er dem Leser interessante Einblicke in die Biologie der Insekten, die er mit seinem eigenen Leben verwebt. Geschrieben ist das Tagebuch ohne Effekthascherei und dadurch umso berührender. Besonders anrührend sind die letzten Kriegswochen beschrieben, wo unglaubliches Elend auch die Landbevölkerung in der grenznahen Region traf. Empfehlenswert, auch wegen der besonderen Sicht auf die Zeit des Nationalsozialismus.

Brüder von Jackie Thomae

Zwei Männer. Zwei Möglichkeiten. Zwei Leben.
Jackie Thomae stellt die Frage, wie wir zu den Menschen werden, die wir sind.

Mick, ein charmanter Hasardeur, lebt ein Leben auf dem Beifahrersitz, frei von Verbindlichkeiten. Und er hat Glück - bis ihn die Frau verlässt, die er jahrelang betrogen hat. Gabriel, der seine Eltern nie gekannt hat, ist frei, aus sich zu machen, was er will: einen erfolgreichen Architekten, einen eingefleischten Londoner, einen Familienvater. Doch dann verliert er in einer banalen Situation die Nerven und steht plötzlich als Aggressor da - ein prominenter Mann, der tief fällt. Brüder erzählt von zwei deutschen Männern, geboren im gleichen Jahr, Kinder desselben Vaters, der ihnen nur seine dunkle Haut hinterlassen hat. Die Fragen, die sich ihnen stellen, sind dieselben. Ihre Leben könnten nicht unterschiedlicher sein.

Das flüssige Land von Raphaela Edelbauer

Ein Ort, der nicht gefunden werden will. Eine österreichische Gräfin, die über die Erinnerungen einer ganzen Gemeinde regiert. Ein Loch im Erdreich, das die Bewohner in die Tiefe zu reißen droht. In ihrem schwindelerregenden Debütroman geht Raphaela Edelbauer der verdrängten Geschichte auf den Grund.

Der Unfalltod ihrer Eltern stellt die Wiener Physikerin Ruth vor ein nahezu unlösbares Paradox. Ihre Eltern haben verfügt, im Ort ihrer Kindheit begraben zu werden, doch Groß-Einland verbirgt sich beharrlich vor den Blicken Fremder. Als Ruth endlich dort eintrifft, macht sie eine erstaunliche Entdeckung. Unter dem Ort erstreckt sich ein riesiger Hohlraum, der das Leben der Bewohner von Groß-Einland auf merkwürdige Weise zu bestimmen scheint. Überall finden sich versteckte Hinweise auf das Loch und seine wechselhafte Historie, doch keiner will darüber sprechen. Nicht einmal, als klar ist, dass die Statik des gesamten Ortes bedroht ist.


Nicht wie ihr von Tonio Schachinger

Ivo wusste immer schon, dass er besonders ist. Besonders cool, besonders talentiert, besonders attraktiv. Alle wussten es, seine Familie, seine Jugendtrainer, seine Freunde im Käfig. Jetzt ist er einer der bestbezahlten Fußballer der Welt. Er verdient 100.000 Euro in der Woche, fährt einen Bugatti, hat eine Ehefrau und zwei Kinder, die er über alles liebt. Doch als seine Jugendliebe Mirna ins Spiel kommt, gerät das sichere Gerüst ins Wanken. Wie koordiniert man eine Affäre, wenn man eigentlich keine Freizeit hat? Lässt Ivos Leistung auf dem Spielfeld nach? Und was macht eigentlich seine Frau, während er nicht da ist? Einmal in Ivos Gedankenwelt eingetaucht, lässt sich Tonio Schachingers Debütroman schwer aus der Hand legen.

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